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Osteoporose: Ursachen und wie Physiotherapie unterstützen kann

Osteoporose: Ursachen und wie Physiotherapie unterstützen kann

Stefan Stich

aktualisiert: 11.02.2026

3 Min. Lesezeit

Physiotherapie Hausbesuche bei Osteoporose-Erkrankung

Im Laufe des Lebens nimmt auf Grund verschiedener Ursachen die Knochendichte ab. Das Skelett wird anfälliger für Verletzungen. Dies führt (z. B. bei einem Sturz) zu Knochenbrüchen an Oberschenkel, der Wirbelsäule und der Schulter etc. Symptome wie Schmerzen verursacht die Osteoporose zu Beginn nicht. Erst im späteren Verlauf treten u. a. starke Rückenschmerzen auf. Physiotherapie spielt bei Osteoporose eine wichtige Rolle, da sie zu Beweglichkeit, Muskelkraft, Gleichgewicht und Haltung beiträgt und so Stürzen sowie Folgeschäden vorbeugt.
Ältere Frau sitzt auf dem Boden eines Trainingsraums und lehnt sich an einen Gymnastikball

Was ist Osteoporose und wie kann Physiotherapie bei Osteoporose helfen?

Das Knochengerüst zählt neben der Muskulatur, den Bändern und Gelenkkapseln etc. zum menschlichen Bewegungsapparat. Neben des Gelenksverschleißes (Arthrose) ist die Osteoporose eine der häufigsten Erkrankungen im Alter des Bewegungssystems.

Die Knochen werden im Laufe des Lebens ständig neu ab- und wieder aufgebaut. Die sogenannten Osteoklasten sind Zellen, welche für den Abbau und die Resorption des Knochens zuständig sind. Die Knochensubstanz wird somit abgebaut. Die Osteoblasten hingegen sind für den Aufbau und die Regeneration zuständig. Diese reparieren kleine Defekte im Knochengewebe. Ist das Verhältnis von Knochenabbau und-aufbau gestört und die Knochensubstanz nimmt ab, spricht man von Osteoporose. Die Physiotherapie wirkt dieser entgegen, indem sie den Knochenaufbau mittels knochenbelastender Übungen und Krafttraining stimuliert und so einem weiteren Abbau der Knochendichte vorbeugt.

Ursachen für eine Osteoporose-Erkrankung

Ungefähr 90 Prozent aller Osteoporose-Erkrankungen sind hormonell bedingt (primäre Osteoporose), welche durch einen Mangel an Östrogen (weibliches Sexualhormon) entstehen. Beim Einsetzen der Menopause reduziert sich die Östrogenproduktion, wodurch das Missverhältnis von Auf- und Abbau schneller voranschreitet. Die Knochen werden brüchig und anfälliger für Verletzungen. Männer sind, auch wenn seltener, ebenso von der primären Form betroffen.

In der Medizin spricht man von sekundärer Osteoporose, wenn diese durch bestimmte Medikamente oder als Folge von anderen Erkrankungen entsteht. Betroffen sind hiervon Patienten mit einer Schilddrüsenüberfunktion, Tumorerkrankte oder Magersüchtige. Medikamente wie Kortison (Glucocorticoide), Arzneien gegen Diabetes, psychische Erkrankungen, Epilepsie und Brustkrebs führen ebenso zum Abbau des Knochens.

So wirken Sie einer Erkrankung von Osteoporose entgegen

Bewegung und eine gesunde Lebensweise sind die beste Prävention gegen Osteoporose und bilden die Grundlage jeder Behandlung.

Bewegung und gezielte Belastung

Knochen brauchen Belastung: Nicht nur Muskulatur und Gelenke benötigen Bewegung, um kräftig und beweglich zu bleiben. Unsere Knochensubstanz würde bei zu wenig Belastung und Druck abbauen. Daher ist für die Prävention, aber auch für den Wiederaufbau der Knochendichte, ausreichende Bewegung und körperliche Aktivität essenziell.

Funktionstraining

Funktionstraining ist eine speziell auf Osteoporose-Patienten abgestimmte Bewegungstherapie, die in Gruppen oder individuell durchgeführt wird. Dabei werden durch gezielte Übungen mit dem eigenen Körpergewicht, Therabändern oder leichten Gewichten die Knochen belastet, die Muskulatur gekräftigt und das Gleichgewicht geschult. Funktionstraining kann ärztlich verordnet werden und wird von den Krankenkassen unter bestimmten Voraussetzungen unterstützt.

Ausgewogene Ernährung

Neben der körperlichen Aktivität ist es ratsam auf eine ausgewogene und kalziumreiche Ernährung zu achten. Empfehlenswerte kalziumreiche Lebensmittel sind fettarmer Joghurt, Gouda-Käse, Brokkoli, grünes Blattgemüse und kalziumreiches Mineralwasser. Auch eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D ist wichtig, da es die Kalziumaufnahme im Körper fördert und für den Knochenaufbau essenziell ist.

Verzicht auf schädliche Substanzen

Auf Tabak und übermäßigen Alkoholkonsum sollte verzichtet werden: Rauchen sorgt für einen verstärkten Östrogenabbau, während Alkohol die Aufnahme von Kalzium reduziert und somit den Knochenaufbau negativ beeinflusst.

Medikamentöse Therapie

Eine medikamentöse Behandlung kann mit Bisphosphonaten erfolgen, um den weiteren Knochenabbau zu verhindern. Diese Medikamente hemmen die Aktivität der Osteoklasten und verlangsamen dadurch den Abbau der Knochensubstanz.

Physiotherapie bei Schmerzen im Zusammenhang mit Osteoporose

In der Physiotherapie kann der Knochenschwund nicht mehr rückgängig gemacht werden. Allerdings wirkt man einem weiteren Abbau entgegen und die vorhandene Knochenmasse kann verdichtet werden.
Ältere Frau hält eine zusammengerollte Gymnastikmatte, im Hintergrund zwei Personen mit Hanteln

Die Behandlungsziele in der Physiotherapie bei Osteoporose

Knochen stärken

Durch gezielte Krankengymnastik bei Osteoporose lässt sich der Knochenschwund zwar nicht rückgängig machen, aber deutlich verlangsamen. Hierbei werden hauptsächlich Übungen angewandt, welche den Knochen axial (Stand, Vierfüßler etc.) belasten. Bei PhysioStich kann die Krankengymnastik als Hausbesuch direkt bei Ihnen zu Hause bzw. Ihrem Wunschort durchgeführt werden.

Wirbelsäule entlasten

Im Rahmen der Haltungsschulung wirken wir einer krummen Körperhaltung entgegen und sorgen dafür, dass die aufrechte Haltung der Wirbelsäule bestehen bleibt oder wiederhergestellt wird. Übungen auf dem Gymnastikball, einem Hocker oder im Stehen gibt es zahlreich. Unsere Physiotherapeuten zeigen Ihnen u. a. mithilfe eines Therabandes, wie Sie einem „Hexenbuckel“ entgegenwirken.

Muskulatur kräftigen

„Ohne starke Muskeln, keine starken Knochen“ schreibt der Bundesselbsthilfeverband für Osteoporose e. V. Starke Muskeln stabilisiert das Knochengerüst, sorgt für eine aufrechte Haltung und beugt Stürzen vor. Mithilfe von Übungen, unter Einbezug der Schwerkraft oder anderer Hilfsmittel, können wir Ihnen bei einem Hausbesuch zeigen, wie Sie selbst jeden Tag zu Hause etwas für eine starke Muskulatur tun können.

Sturzprophylaxe

Um ein Fallen und Stürzen zu verhindern und die Gefahr eines Knochenbruches zu reduzieren, ist ein intaktes Gleichgewicht und eine gute Koordination entscheidend. Außerdem bietet die Behandlung zu Hause noch einen großen Vorteil: Stolperfallen zu Hause können mit Hilfe Ihrer Therapeutin/Ihres Therapeuten leicht erkannt und eventuell beseitigt werden. Wir zeigen Ihnen gerne, wie Sie mithilfe von Physiotherapie Ihr Gleichgewicht verbessern können.

Mobile Physiotherapie bei Osteoporose mit PhysioStich

Die Physiotherapeutinnen und -therapeuten unserer Praxis in München erarbeiten mit Ihnen gemeinsam ein individuelles Heimprogramm, welches ganz auf Ihr Beschwerdebild abgestimmt wird. Zu unserem Leistungsspektrum zählen unter anderem Manuelle Therapie bei Osteoporose, gezielte Krankengymnastik sowie Massagen als Hausbesuch, die zur Lockerung der Muskulatur, Schmerzlinderung und Verbesserung der Beweglichkeit beitragen können. Bei unserem Physiotherapie Hausbesuch müssen Sie keine Einschnitte in der Behandlungsqualität machen. Behandlungsbank und -geräte bringen wir selbstverständlich mit zu Ihnen.

FAQs zur Physiotherapie bei Osteoporose

Welche Übungen darf man bei Osteoporose nicht machen?
Bei Osteoporose sollten Übungen vermieden werden, die mit ruckartigen Bewegungen, starken Drehungen der Wirbelsäule oder hoher Stoßbelastung verbunden sind. Auch starkes Beugen oder Verdrehen unter Last kann das Frakturrisiko erhöhen. Übungen sollten stets kontrolliert, schmerzfrei und an die individuelle Belastbarkeit angepasst durchgeführt werden.
Ist eine Physiotherapie bei Osteoporose gut?
Ja, Physiotherapie ist eine sehr wirkungsvolle Maßnahme bei Osteoporose. Sie verbessert Kraft, Koordination und Haltung, stärkt die knochentragende Muskulatur und reduziert das Risiko für Stürze und Frakturen. Gleichzeitig kann sie helfen, Schmerzen zu lindern und alltägliche Bewegungsabläufe sicherer zu gestalten.
Welche Vorteile hat Physiotherapie bei Osteoporose?
Physiotherapie trägt dazu bei, den Knochenabbau zu verlangsamen und die körperliche Belastbarkeit zu erhalten. Sie hilft, eine aufrechte Körperhaltung zu fördern, das Gleichgewicht zu verbessern und Stürze zu vermeiden.
Ist eine Massage bei Osteoporose gut?
Sanfte Massagen können bei Osteoporose sehr hilfreich sein – vor allem zur Lockerung verspannter Muskulatur und zur Schmerzlinderung. Sie fördern die Durchblutung, verbessern die Körperwahrnehmung und tragen zur Entspannung bei.
Ist eine Manuelle Therapie bei Osteoporose sinnvoll?
Manuelle Therapie bei Osteoporose kann eine sinnvolle Ergänzung zur Krankengymnastik sein, sofern sie angepasst und schonend durchgeführt wird. Sie zielt darauf ab, Bewegungsblockaden zu lösen, Gelenkfunktionen zu verbessern und muskuläre Dysbalancen auszugleichen. In geschulter Hand kann die Manuelle Therapie zu mehr Mobilität und Lebensqualität beitragen.
Stefan Stich

Stefan Stich, Gründer von PhysioStich

Stefan Stich ist staatlich geprüfter Physiotherapeut und gründete 2019 PhysioStich mit dem Ziel, Physiotherapie dort anzubieten, wo Patienten sie am meisten brauchen: in ihrer vertrauten häuslichen Umgebung.

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